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am 21. Juni

Weltflüchtlingstag 2018: GRÜNE fordern Ausbildung statt Abschiebung

Regina Petrik - „Ausbildung statt Abschiebung“ ist am heurigen Weltflüchtlingstag das Motto der GRÜNEN im Burgenland. Sie machen damit auf die Situation von jugendlichen AsylwerberInnen aufmerksam, die durch Abschiebung aus Lehrbetrieben herausgerissen werden und deren Lehrbetriebe dadurch in Personalnot geraten.

Der „Welttag der Migranten und Flüchtlinge“, auch „Weltflüchtlingstag“ genannt, wurde erstmals 1914 von Papst Benedikt XV. ausgerufen und findet jährlich am 20. Juni statt. An diesem Tag gedenkt man in allen Teilen der Erde der Situation schutzsuchender Menschen. Derzeit sind mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht, ein Bruchteil davon kommt nach Europa. Die Zahl der Asylansuchen sinkt laufend, viele der 2015 eingerichteten Unterkünfte werden heuer wieder aufgelöst.​

„Egal ob Flüchtlinge länger bei uns bleiben, oder in den nächsten Jahren wieder in ihr Heimatland zurückkehren: Die beste Strategie zur Sicherung von Frieden ist Kommunikation und Integration. Eine der größten Chancen für die Integration ist die Eingliederung von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt. Die Lehre in Mangelberufen ist daher eine eindeutige win-win-Situation.“
Regina Petrik, Landtagsabgeorndete

Lehre in Mangelberufen hilft auch den Betrieben​​

Für einen Teil der Asylwerber konnte in den letzten Jahren ein Modell entwickelt werden, das auch für die österreichische Wirtschaft Erfolg versprechend ist und von dem vor allem Betriebe in der Gastronomie und im Tourismus profitieren. Doch das Erfolgsprojekt „Lehre für Asylwerbende in Mangelberufen“ ist in Gefahr. Aktuell nehmen die negativen Asylentscheidungen auch für Menschen in Lehre zu. Es ist zu ersten Abschiebungen gekommen – direkt vom Lehrplatz weg. Auch im Burgenland beklagen Betriebe, dass ihnen durch die aktuelle restriktive Abschiebepolitik wertvolle Mitarbeiter verloren gehen, für die sie keinen Ersatz finden. Regina Petrik, Landessprecherin der GRÜNEN, ärgert sich, dass die Landesregierung ungeachtet der Situation dieser Betriebe auf schnelle Abschiebungen setzt: „Egal ob Flüchtlinge länger bei uns bleiben, oder in den nächsten Jahren wieder in ihr Heimatland zurückkehren: Die beste Strategie zur Sicherung von Frieden ist Kommunikation und Integration. Eine der größten Chancen für die Integration ist die Eingliederung von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt. Auf der anderen Seite haben wir viele heimische Betriebe, die dringend Lehrlinge suchen und sich ihr Personal ausbilden wollen. Die Lehre in Mangelberufen ist daher eine eindeutige win-win-Situation. Jugendliche direkt vom Arbeitsplatz abzuschieben, ist grausam und schädigt auch die betroffenen Betriebe.


Der Regierung ist Ideologie wichtiger als Vernunft

Die GRÜNEN haben einen entsprechenden Antrag im Landtag eingebracht. Petrik dazu: „Dieser Vorschlag ist nur vernünftig. Asylwerbern Lehre in Mangelberufen zu ermöglichen hilft den Betrieben, die keine Arbeitskräfte finden und ermöglicht Ausbildung für jene, die zu arbeiten bereit sind. Das kann man völlig ideologiebefreit betrachten. Auch für den Fall einer späteren Rückreise in das Herkunftsland muss es ein langfristiges Interesse Österreichs sein, durch gut ausgebildete und in einer funktionierenden Demokratie sozialisierte Menschen den wirtschaftlichen und demokratischen Wiederaufbau in durch Krieg zerstörte Länder zu unterstützen. Doch überall, wo die FPÖ am Werk ist, ist ihnen ihre Ideologie wichtiger als Weitblick und Vernunft. Das ist an der Frage der Asylpolitik besonders stark zu erkennen.“


Menschenrechtswidrige Linie in Asylpolitik

Die GRÜNEN kritisieren die Landesregierung für ihre sture Ablehnung des Modells „Lehre in Mangelberufen“ und sind enttäuscht von der SPÖ, die in dieser Frage ganz auf FPÖ-Linie geschwenkt ist. „Alles, was Landes- und Bundesregierung zu Asyl- und Integrationspolitik machen, scheint nur einen Zweck zu haben: unmissverständlich klar zu machen, dass Schutzsuchende Ablehnung spüren sollen und dass ihnen und ihren Helferinnen im Land das Leben möglichst schwer gemacht werden soll. Unmenschliche und menschenrechtswidrigen Abschiebungen sind mittlerweile an der Tagesordnung, sogar die unabhängige Rechtsberatung für Asylwerbende wurde abgeschafft“, zeigt sich Petrik von der Linie der Bundesregierung erschüttert


„Ein Kanzler, der sich als Fluchtroutenschließer einen Namen gemacht hat und genau am Weltflüchtlingstag zu einem noblen Fest mit den Reichen des Landes einlädt, der zeigt zu wenig Sensibilität und zu viel Zynismus gegenüber schutzsuchenden Menschen.“
Regina Petrik, Landtagsabgeordnete