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am 12. Jänner

Gutachten zum Standort Gols: GRÜNE sehen sich in ihrer Kritik bestätigt

Die Redaktion - Gutachten: Geplanter Standort LKH Gols ist ungeeignet

Die GRÜNEN haben nach der SPÖ-Ankündigung aus dem Wahlkampf, in Gols am Kreisverkehr ein Landeskrankenhaus zu bauen, massive Kritik am geplanten Standort im Naturschutzgebiet geübt. Ein Landschaftsgutachten von Mag. Kurt Nadler (Ökologiebüro aus Breitenbrunn) und DI Gudula Haug (Technisches Büro für Landschaftsplanung aus Wien) sowie ein Rechtsgutachten von Rechtsanwalt Dr. Heinrich Vana untermauert diese Kritik.
"Wir unterstützen den Bau eines Landeskrankenhauses im Bezirk Neusiedl am See, doch dieser geplante Standort liegt in einer besonders schützenswerten Zone und ist denkbar ungeeignet. Die Landesregierung hat bislang – trotz mehrerer Aufforderungen – noch keine einzige Grundlage für diesen Standort vorgelegt", kritisiert die GRÜNE Klubobfrau Regina Petrik das intransparente Vorgehen bei der Standortsuche.​

Unverbauter Blick, schützenswerte Landschaft

Gutachter Mag. Kurt Nadler vom Ökologiebüro in Breitenbrunn kommt in seiner Analyse zum Schluss, dass gerade dieser Standort unverbaut bleiben muss. "Es ist die einzige unverbaute und damit letzte Sichtachse im UNESCO-Welterbe zwischen der Parndorfer Platte und dem Neusiedler See. Diese zwei Kilometer sind der letzte freie Bereich zwischen Parndorf und Halbturn, in dem noch keine Zersiedelung stattgefunden hat". 
Nadler und seine Co-Autorin Gudula Haug sehen gerade die Zersiedelung als Problem für die Natur. "Das bedeutet dann auch eine unüberwindbare Barriere für alle Reptilien, Wildtiere und viele Insekten. Da kommt kein Reh mehr durch, keine Erdkröte, nicht einmal eine Blindschleiche kommt durch eine komplett besiedelte Barriere mehr durch", stellt Nadler fest.​​

Rechtsgutachten sieht Notwendigkeit einer Strategische Umweltprüfung

Das Rechtsgutachten vom Europarechtsexperten Dr. Heinrich Vana sieht nicht nur die Notwendigkeit einer sogenannten Strategischen Umweltprüfung (SUP) vor, sondern auch klare Widersprüche zum Landesentwicklungsplan 2011 (LEP). "Im Falle einer Änderung der Flächenwidmung für das Krankenhaus Gols muss eine Strategische Umweltprüfung durchgeführt werden. Dieses Instrument ist deshalb so wichtig, da im Rahmen einer SUP die Umweltauswirkungen bereits im Vorfeld, also im Planungsstadium berücksichtigt werden können und nicht erst, wenn das Projekt schon läuft", so Vana. 
Auch widerspricht der Standort dem Landesentwicklungsplan des Burgenlandes. "Im LEP, der Verordnungscharakter hat, wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Naturraum nicht vermehrbar ist und daher der Zersiedlung entgegengetreten werden muss. Darüber hinaus ist auch das UNESCO-Weltkulturerbe gefährdet, das ebenfalls durch den LEP geschützt ist", stellt Vana fest.

​Spitalsentwicklungsplan veröffentlichen, Naturschutz einbeziehen

Petrik fordert die Landesregierung erneut auf, den von einem Grazer Planungsbüro erstellen Masterplan für Burgenlands Spitäler zu veröffentlichen. "Wir wissen nach wie vor nicht, warum dieser Standort der angeblich beste sein soll. Wir wissen nicht einmal, warum Gols ausgewählt wurde. Hier wird im Hintergrund gemauschelt und das bei einem Projekt, das hunderte Millionen Euro kostet und die letzten Reste Natur versiegeln soll. Dem werden wir mit aller Kraft entgegenwirken", zeigt sich Petrik kämpferisch.​