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am 27. April

GRÜNE schlagen Alarm beim Verschwinden der Volksgruppen: Fünf nach Zwölf

Die Redaktion - GRÜNE holen Volksgruppen aus dem Folklore-Eck

Zum 100. Geburtstag des Burgenlandes wird auf viele Leistungen und gerne auf die Vielfalt des Landes hingewiesen. Doch wenn es um die Kultur der Volksgruppen geht, dann wird diese im Land auf die Folklore reduziert. Für die GRÜNEN ist es daher höchste Zeit, die für das Burgenland typischen und wichtigen Volksgruppen wieder sicht- und hörbar zu machen. "Wir sind ein Viersprachenland und müssen darauf achten, dass alle vier Sprachen lebendig erhalten werden. Wir werden jetzt den ersten politischen Schritt setzen, damit die Vielfalt der Sprachen im Alltag erhalten bleibt", begründet die GRÜNE Klubobfrau Regina Petrik den Antrag der GRÜNEN.

​Antrag bindet alle Volksgruppen ein

Seit Herbst arbeiten die GRÜNEN mit den Volksgruppen gemeinsam daran, dieses Ziel zu erreichen und das jetzt in einem Antrag mündet. Für den Volksgruppenaktivist Joško Vlasich ist es bereits fünf nach zwölf, denn die Volksgruppen verschwinden immer schneller. "Es gibt nur ein einziges zweisprachiges Gymnasium, die Amtssprachenregelung wird so gut wie nicht ernst genommen, der Unterricht in den Volksgruppensprachen in Volks- und Mittelschulen ist unzureichend und die Medienförderung ist sehr mangelhaft", kritisiert Vlasich und freut sich über den GRÜNEN Antrag, der viele dieser Defizite beseitigen soll.

Geht es nach den GRÜNEN gibt es künftig: 

  • Verstärkte zweisprachige Nachmittagsbetreuung für Kinder in zweisprachigen Gemeinden

  • Mehrsprachige Formulare in allen zweisprachigen Gemeinden 

  • Zweisprachige Dokumente für alle Angehörigen der Volksgruppen

  • Volkspruppensprachen auch im Ortsbild wie etwa auf Wegweisern oder Güterwegen

  • Förderungen für analoge und digitale Medien insbesondere für Kinder und Jugendliche

Vielfalt muss erhalten bleiben

Petrik und Vlasich hoffen auf breite Zustimmung für ihren Antrag, geht es doch um nichts weniger als den Erhalt der Vielfalt im Burgenland. "Seit 100 Jahren sind viele Teile der burgenländischen Bevölkerung wegen ihrer sprachlichen, kulturellen oder religiösen Zugehörigkeit angefeindet, verfolgt und vertrieben worden. Wenn wir jetzt nicht handeln, ist es zu spät und die Vielfalt geht verloren", warnt Vlasich.